Aktuelle Veranstaltungen
Kalte Füße, warme Herzen
Offene Adventssingen 2009: Erfolgreiche Kooperation von DCV und Milka wird ausgebaut
Nach dem begeisterten Feedback aller Beteiligten im vergangenen Jahr erneuern die Schoko-Firma Milka und der Deutsche Chorverband ihre Kooperation und vergrößern diese noch: Auf den Weihnachtsmärkten in dreizehn deutschen Städten (mit Ausnahme von Augsburg – hier ist es das Löwenhaus im Zoo!) finden wieder jeweils an einem Tag im Advent offene Adventssingen statt. Der DCV stellt mit hervorragenden Chorleitern und deren Pianisten die musikalische Infrastruktur zur Verfügung und Milka organisiert die Veranstaltungen vor Ort – Informationen zu den offenen Singen finden sich im Kasten.
Neben Winter- und Adventsliedern werden natürlich auch Weihnachtslieder gesungen – letztere werden streng genommen aber nur geprobt, denn "O du fröhliche" passt Ende November einfach noch nicht so richtig! Das Gute daran ist: Milka verteilt Heftchen, in denen 24 traditionelle Lieder mit Noten und Texten abgedruckt sind, die mit nach Hause genommen werden dürfen und vielleicht bei dem einen oder anderen nochmals zum Einsatz kommen werden!

Marcel Dreiling hat bereits im vergangenen Jahr in Heilbronn mitgewirkt und leitet in diesem Jahr in Ludwigsburg das offene Adventssingen. Marcel Dreiling studierte Schulmusik mit Schwerpunkt Chor- und Orchesterleitung sowie Musikwissenschaften. Neben seiner Tätigkeit als Musiklehrer am Musikgymnasium in Rottweil ist er Verbandschorleiter des Schwäbischen und Musikrat des Deutschen Chorverbandes. Dörte Zillessen, DCV-Projektleiterin, und Moritz Puschke, DCV-Geschäftsführer, sprachen mit ihm:
Herr Dreiling, was ist der Nutzen einer Kooperation mit Milka für das Singen und für den Deutschen Chorverband?
Bei den Menschen ist immer wieder ein großer Hunger nach Traditionen des Gemeinschaftlichen, speziell nach dem gemeinsamen Singen zu spüren. Es gibt aber immer weniger Anlässe, diesen nachzugehen. Die Bereitschaft aber ist da – wir müssen die Leute nur abholen! Milka als ein Sympathieträger für Schoko-Liebhaber ist mit seinen Weihnachtsmarkt-Aktionen dafür ein Türöffner. Wir als Deutscher Chorverband erreichen zusammen mit Milka eine andere Klientel, die wir zum gemeinsamen Singen einladen können.
Und klappt das denn?
Im vergangenen Jahr – auf dem Weihnachtsmarkt in Heilbronn – waren wir darauf eingestellt, es vor allem mit Laufkundschaft zu tun zu haben. So war es aber zu unserer großen Überraschung überhaupt nicht! Die Leute sind stehengeblieben und haben begeistert mitgesungen. Und ganz viele sind sogar bis zum Schluss geblieben!
Dann teilen Sie nicht die Bedenken, sich auf eine Kooperation mit einem kommerziellen Anbieter einzulassen?
Nein, die gewinnen und wir gewinnen: Milka gewinnt Aufmerksamkeit durch diese soziale und künstlerische Konstellation und wir gewinnen durch einen markanten Partner.
Sie haben die musikalische Endkorrektur beim Milka-Liederheftchen gemacht – worauf haben Sie dabei geachtet?
Ich habe mir vorgestellt, dass die Leute das Liederheftchen mit nach Hause nehmen wollen und dann überlegt, was wichtig ist: Es muss auf den heimischen Instrumenten leicht gespielt und begleitet werden können, und das ist zum Beispiel in C-Dur einfacher als in H – das heißt, ich habe auf Tonarten mit möglichst wenig Vorzeichen geachtet. Dabei müssen die Lieder aber singbar bleiben: Bei langsamen, getragenen Liedern sind die hohen Töne schwerer zu halten, bei fröhlichen, jubilierenden Liedern ist dies leichter.
Wie bereiten Sie sich auf ein offenes Singen vor, Herr Dreiling?
Das ist ganz wichtig: Man muss gut und gewissenhaft vorbereitet sein! Es reicht zum Beispiel nicht, nur die erst Strophe auswendig zu kennen, ich muss alle Texte und Stücke – ein paar für mich unbekannte sind in diesem Jahr bei den regionalen Liedern im Liederheft auch dabei – auswendig drauf haben. Denn das Wichtigste und Wesentlichste bei einem offenen Singen ist, Ausstrahlung entwickeln zu können und einen Funken zwischen Chorleiter und den Leuten entstehen zu lassen. Und da darf kein Notenheft dazwischen sein oder eine Textunsicherheit.
Wo lernt man denn so etwas als Chorleiter?
Also an den Hochschulen lernt man das nicht, für intellektuelle Brutstätten ist das zu seicht – für mich ein echtes Manko! Das ist, wie wenn ein Mathematiker zwar komplizierte Integralrechnungen aufstellen und lösen kann, bei der einfachen Flächenberechnung bei seinem eigenen Hausbau aber scheitert. Da gibt es wirklich viel zu tun bei der Aus- und Fortbildung für Chordirigenten, wesentliches Know How zu vermitteln: die richtige Körperhaltung, die Verbindung zu den Menschen herzustellen und den Funken überspringen zu lassen, sich nicht hinterm Notenpult zu verstecken!
Und schafft man es denn wirklich, bei den Menschen ein Gefühl von Gemeinschaft und Wärme herzustellen – auch wenn es auf den Weihnachtsmärkten kalt und grisselig ist?
Ich hoffe, dass es beim offenen Milka-Adventssingen kalt, grisselig und sauigelig ist – denn beim Singen wird's einem warm ums Herz! Und das ist dann, wenn es kalt ist, noch besser zu spüren. Im letzten Jahr war es so und die Menschen sind ganz beherzt und beseelt von unserem offenen Singen nach Hause gegangen.
Vielen Dank, Herr Dreiling!
Offene Adventssingen 2009
Sonntag | 1. Advent | 29.11.2009
Potsdam
Altpotsdamer Weihnachtsmarkt | Bühne Luisenplatz
12.30 | 13.30 | 15.30 Uhr
mit Carsten Albrecht (Orchester-, Chordirigent, Vorsitzender des Musikausschuss' CV Berlin, Pianist, Musikpädagoge, Dozent, FELIX-Beauftragter u.a.)
Schwerin
Weihnachtsmarkt | Bühne Marktplatz
14 | 15.30 | 17 Uhr
mit Harald Braun (Universitätsmusikdirektor der Universität Greifswald, Präsident des CV Mecklenburg-Vorpommern e.V., Präsidium DCV, u.a.)
Trier
Weihnachtsmarkt | Bühne am Hauptmarkt
14 | 15.30 | 17 Uhr
mit Manfred Neimann (Chordirektor des MGV Trier-Euren, FdB (Fachverband deutscher Berufschorleiter), u.a.)
Samstag | vor dem 2. Advent | 5.12.2009
Essen
Weihnachtsmarkt | Bühne auf dem Marktplatz
14 | 15.30 | 17 Uhr
mit Volker Buchloh (Leiter des Kulturbüros und der Musikschule Oberhausen, stud. Musiklehrer und Kapellmeister (Folkwang), Chordirigent u.a.)
Hamburg
Weihnachtsmarkt an der Mönckebergstraße | Bühne Spitalerstraße
15 | 16.30 | 18 Uhr
mit Doris Vetter (Verbandschorleiterin des Chorverbands Hamburg, Stimmbildnerin, Ltg. Operettenchor und Vokalensemble Mozarteum u.a.)
Sonntag | 2. Advent | 6.12.2009
Augsburg
Zoo | Bühne im Löwenhaus
11 | 13 | 15 Uhr
mit Helmut Maschke (Chorleiter, Musikpädagoge, Komponist, Dozent für Musikpädagogik der Uni Augsburg u.a.)
Ingolstadt
Christkindlmarkt | Bühne auf dem Nikolausplatz
13 | 15 | 17 Uhr
mit Eva-Maria Atzerodt (Landesbeauftragte für die Schulchöre in Bayern, Chorleiterin, Schulmusikerin, u.a.)
Magdeburg
Historischer Weihnachtsmarkt | Bühne
12 | 13.45 | 15 Uhr
mit Stefan Gericke (Sänger, Gesangspädagoge, Chorleiter, Vorstandsmitglied des Chorkreises Magdeburger Börde im DCV u.a.)
Sonntag | 3. Advent | 13.12.2009
Bremen
Weihnachtsmarkt | Bühne Am Rathaus
13 | 14.45 | 16.30 Uhr
mit Andrea Praus (Gesangslehrerin und Chorleiterin, Stimmbildnerin, Klavierlehrerin, Mediatorin und studierte Musikpädagogin)
Göttingen
Weihnachtsmarkt | Bühne St. Johanniskirche
13 | 15 | 17 Uhr
mit Friedemann Will (Chorleiter des Chores des Studentenwerks Göttingen, Musikalischer Mitarbeiter des Göttinger Knabenchors u.a.)
Koblenz
Weihnachtsmarkt | Bühne im Rathaus-Innenhof
13 | 14 | 15 Uhr
mit Jürgen Böhme (Kreischorleiter des Kreischorverbands Koblenz, Leiter des Bach Chor Bonn, Dirigent und Kirchenmusiker, u.a.)
Leipzig
Weihnachtsmarkt | Bühne auf dem Markt vor dem alten Rathaus (an der Weihnachtstanne)
12 | 13.20 | 18.20 Uhr
mit Erik Schober (Chorleiter (Kinder u.a. Ensembles), Komponist, Arrangeur, Dozent für Chorleiterseminare, Jugendreferent CV Sachsen-Anhalt u.a.)
Ludwigsburg
Barock-Weihnachtsmarkt | Bühne Marktplatz
13 | 14 | 16 Uhr
mit Marcel Dreiling (Musikrat DCV, Verbandschorleiter des Schwäbischen CV, stud. Schulmusik (Schwerpunkt Chor- und Orchesterleitung, OStR, u.a.)
Die Zeiten geben je den Beginn von ca. 45 Minuten gemeinsamen Singens an.
Chor der Woche: Deutschlandradio Kultur in Zusammenarbeit mit der ADC jeden Freitag 10.50 Uhr im Radiofeuilleton bei Deutschlandradio Kultur
In Deutschland singen rund 1,35 Millionen Menschen in über 48.500 Chören – mit steigender Tendenz. Zählt man die nichtorganisierten Chöre dazu, verdreifacht sich die Zahl. Grund genug, um im Programm von Deutschlandradio Kultur in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände eine neue Reihe zu starten, die im Radiofeuilleton jeden Freitag um 10.50 Uhr den „Chor der Woche“ präsentiert. In der Serie wird die ganze Bandbreite der Laienchöre Deutschlands abgebildet. Die Gesangs- richtungen reichen dabei von Shanty und Soul bis zu Klassik und Klezmer. Und mancher Chor erreicht fast Profistatus.

Mehr Informationen zur Sendung: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/profil/
Frequenzen von Deutschlandradio Kultur: http://www.dradio.de/dkultur/frequenzen/
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