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September 2010


Bunte Farben in den Ländern der Sonne
Musik aus dem Baltikum verzaubert Chöre und Publikum in ganz Europa – eine Reise auf den Spuren des baltischen Klangs

Der Este Arvo Pärt zählt weltweit zu den meistgespielten und meistgehörten Zeitgenossen seiner Branche. Die Werke des Wahl-Berliners, der am 11. September 75 Jahre alt wird, waren nicht allein Auslöser, wohl aber Beschleuniger für die international wachsende Popularität baltischer Musiker und Komponisten. Gerade die lebendige Chortradition der seit 1991 souveränen Staaten Estland, Lettland und Litauen hat die westliche Musikszene bereichert. Längst sind es nicht mehr nur Chorwettbewerbe, wo Hörer und Akteure gleichermaßen „schwach“ werden vom baltischen Klang. NCZ-Autor Karsten Blüthgen ist in die Welt der Chormusik aus dem Baltikum eingetaucht. (...) (S. 8 bis 13 und S. 16/17)


„Pärts Musik hat eine große Kraft“
Gespräch mit Paul Hillier über den großen estnischen Komponisten Arvo Pärt

Aufmerksame Stille herrscht an diesem strahlenden Sommernachmittag in der Koblenzer Basilika St. Kastor. Eben hat Paul Hillier, der Chefdirigent des Kammerchors „Ars Nova Copenhagen“, mit der Generalprobe für das Eröffnungskonzert des „RheinVokal“-Festivals begonnen. Ohne sich von Mikrofonen und Fernsehkameras stören zu lassen, gibt der international renommierte britische Dirigent schwierigen Einsätzen den letzten Schliff, prüft die Akustik und feilt an der stimmlichen Balance seines zwölfköpfigen Profi-Chors, der zu den führenden Ensembles in Skandinavien zählt. Wie ungemein klangschön, lupenrein, sowohl sonor als auch zart die sechs Frauen und sechs Männer singen, zeigt wenig später das Konzert, in dessen Zentrum die archaisch anmutenden, meditativen Vokalwerke Arvo Pärts stehen. Mit der Musik des estnischen Komponisten, der am 11. September seinen 75. Geburtstag feiert, ist Paul Hillier, als Bariton Mitbegründer des Hilliard-Ensembles und einige Jahre lang dessen Dirigent, bestens vertraut. Friedegard Hürter sprach mit ihm über Arvo Pärt und dessen Chormusik. (...) (S. 14/15)


Über allen Wipfeln ist Schütz
Porträt des Heinrich-Schütz-Ensembles aus Vornbach im Bayerischen Wald

„Wo, bitteschön, liegt Vornbach?“ Nicht nur die Teilnehmer des Internationalen Chorwettbewerbs im irischen Cork Anfang Mai brauchten Geographie-Nachhilfeunterricht, um die Heimat des diesjährigen 1. Preisträgers zu lokalisieren. Auch die meisten Chorbegeisterten hierzulande sind da wohl überfordert. Also: Das Heinrich-Schütz-Ensemble Vornbach gründete sich im Jahr 1993 in jenem niederbayerischen Grenzort Vornbach, der zur Gemeinde Neuhaus am Inn zählt und 1977 Bundessieger im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ wurde. Zum Landkreis Passau gehörig, liegt dieser Ort direkt an der österreichischen Grenze. Kultureller Schauplatz ist er seit alters her, vor allem durch das dortige Benediktinerkloster und den Besitz einer wunderbaren Barockorgel aus der Passauer Orgelbauschule. So abgelegen der Ort Vornbach ist, so überraschend kam auch der Erfolg dieses Chores beim Wettbewerb in Irland, wie Pressesprecherin Veronika Ott erzählt: „Das war absolut unglaublich. Wir hatten damit nie gerechnet.“ (...) (S. 24/25)


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